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Marc Gundlack, Rebecca Blendermann und Klaus Lemkau [v.l] paddelten von der Tschechischen Grenze bis Ottersberg |
Wie in den letzten Jahren mit Rhein und Weser sollte auch in den
diesjährigen Sommerferien mit der Elbe wieder ein großes
Gewässer befahren werden. So packten Klaus Lemkau, Rebecca Blendermann,
und Marc Gundlack vom Ottersberger Kanu-Club kurzerhand ihre
Boote, ein Dreier- sowie ein Zweierkajak und machten sich bei bestem
Paddelwetter auf den Weg zum Startpunkt nach Schmilka an der tschechischen
Grenze. In diesem Bereich durchfließt die Elbe das sehr beeindruckende
Elbsandsteingebirge, mit der Festung Königstein und dem Schloss Pillnitz
und seinem schönen Schlosspark. In Dresden an der Augustusbrücke
angelandet, betätigte sich Vereinsmitglied Benno Schurig, der als
gebürtiger Dresdener sehr ortskundig ist und die vier Kanuten auf den
ersten beiden Tagesetappen begleitete, auf einer kompakten Stadtführung
als Reiseführer. Die weitere Tour führte am selben Tag in die
nächste Kulturstadt Meißen. Von nun an wurden die Etappen
größer, und als auch Torgau hinter den Sportlern gelassen wurde,
trat das Gebirge mehr und mehr in den Hintergrund. Weiter stromabwärts
lud die Stadt Wittenberg mit dem Lutherhaus und der Lutherkirche zu einer
Stadtbesichtigung ein. Von Wittenberg startete die größte
Tagesetappe nach Schönebeck. Auf dieser fast 100 Kilometer langen Tour
mussten die Wassersportler Wind und Wetter trotzen, besonders auf den letzten
zehn Kilometern stellte sich enormer Gegenwind ein. Erfrischende Abwechslung
gab es nur in Tangermünde, wo die Paddler in ihren Neoprenanzügen
einkaufen gingen und teils fassungslos angeblickt, teils erstaunt gemustert
wurden.
Nach dem Passieren des Elbewehres in Geesthacht mussten sich die Vier von
Fließgewässer auf Tide umstellen und auf einen Gezeitenkalender
zurückgreifen, da dieses Wehr die Gezeitengrenze auf der Elbe darstellt.
Bei Ebbe wurde Harburg erreicht, und nur wenig später setzte schon der
Flutstrom ein. Man konnte mit dem bloßen Auge beobachten, wie das
Wasser anstieg, erinnert sich Klaus Lemkau. Mit Schwimmwesten
ausgerüstet ging es am nächsten Tag durch den unteren Teil des
Hamburger Hafens mit hektischem Schiffsverkehr, da sowohl auf kleine
Schlepper wie auf gigantische Ozeanriesen geachtet werden musste. Etwas
ruhiger wurde es hinter Hamburg, und auf der Elbinsel Schwarztonnensand
verbrachten die Abenteurer an einem idyllischen Sandstrand eine weitere Nacht.
Kurz vor dem Verlassen der Unterelbe in den Hadelner Kanal stellte die
Ostemündung mit seinem so genannten Osteriff die Vier auf eine weitere
Probe. Es musste im Grenzbereich der Strömung gepaddelt werden, wo sich
die Wellen brachen. Ab Otterndorf jedoch waren alle froh, endlich wieder auf
ruhigem Gewässer paddeln zu dürfen. Aber schon nach zwei Tagen wurde
mit der Weser wieder ein Tidengewässer erreicht. Um mit auflaufendem
Wasser bis nach Bremen-Vegesack fahren zu können, musste in Bremerhaven
bei einem Fischbrötchen noch eine Wartezeit von zweieinhalb Stunden
eingeplant werden.
In Vegesack startete nun die letzte Etappe, die auf der Wümme bis nach
Ottersberg führte. Auf der Zielbrücke am Ottersberger Sportplatz
wartete mit wehenden Fahnen ein Begrüßungskomitee aus Familien-
und Vereinsmitgliedern auf die vier abenteuerlustigen Kanuten, die
letztendlich nach 14 Tagen und 864 Kilometern stolz ihr Ziel erreicht haben.
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